Projektreise nach Kalkutta 2026

Dante finanziert ein komplettes Zentrum für Slumkinder

Wie fast jedes Jahr reiste ich in den Faschingsferien nach Kalkutta, um die Projekte von Pradip – Partner Eine Welt zu besuchen. Das Dante-Gymnasium spielte dieses Jahr eine zentrale Rolle, denn 2026/2027 können wir ein komplettes Zentrum für 60 Straßen- und Slumkinder allein durch unsere Schulspenden finanzieren.

Das Sasan-Center

Das Projekt liegt an einem Ganges-Seitenkanal nahe einer Verbrennungsstätte für Verstorbene. Unter einer Brücke leben die Kinder in einem illegalen Slum unter extrem schlechten hygienischen Bedingungen, oft in provisorischen Hütten zwischen Ratten und Straßenhunden. Wasser gibt es nur zweimal täglich aus einem gemeinsamen Hahn; immerhin existieren inzwischen zwei Toiletten für viele Familien.

Lebensumstände Sasan

Trotz der schwierigen Lebensumstände sind die Kinder bemerkenswert fröhlich. Als das Projekt im Jahr 2000 begann, waren die Familien der Leichenverbrenner stark diskriminiert: Schulen lehnten ihre Kinder ab, viele mussten arbeiten. Durch die jahrzehntelange Arbeit unserer Lehrerinnen und Sozialarbeiterinnen hat sich die Situation deutlich verbessert. Heute werden alle Kinder in öffentliche Schulen vermittelt, und in monatlichen Müttertreffen werden Bildung, Gesundheit, Kinderehen und Gewaltprävention thematisiert.

Am Nachmittag besuchen die Kinder unser Zentrum in einem angemieteten Tempel. Dort erledigen sie Hausaufgaben, erhalten medizinische Betreuung, können spielen und bekommen nahrhafte Lebensmittelrationen für ihre Familien. Wichtig ist auch die Prävention von Kriminalität, Drogenhandel und Schulabbrüchen. Erfolge zeigen sich deutlich: Viele Kinder erreichen die Mittlere Reife (Madhyamik) oder sogar den Higher Secondary (Abitur)-Abschluss, und die Zahl der Kinderehen unter 18 Jahren ist stark gesunken.

Danke Dante, dass ihr das ermöglicht!

Sasan-Center

Besuch bei „Familia Home“

Außerhalb von Kalkutta, in Kanchrapara, besuchte ich unsere Partnerorganisation „Familia Home“, ein Waisenheim mit eigener Landwirtschaft, Bäckerei und Fischfarm zur nachhaltigen Finanzierung. Angeschlossen ist die englischsprachige Familia School, deren Gebühren das Heim mittragen.

Ich sprach dort mit einer 11. Klasse, die Fragen an unsere Schülerinnen und Schüler formulierte, etwa ob in Deutschland alle auf sehr gute Noten für angesehene Berufe hinarbeiten oder frei nach Interesse wählen können. Auch wollten sie wissen, was deutsche Jugendliche in Indien besonders sehen möchten und wie sie ihr Land wahrnehmen.

So entwickelt sich die Partnerschaft des Dante zunehmend zu einem echten inhaltlichen Austausch.

Familia School
02.03.2026
Text:

A. Fischer

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