Der Zeitzeuge Ernst Grube zu Besuch am Dante-Gymnasium

Am Freitag, den 28. Januar besuchte der bereits 92-jährige Herr Grube uns Neuntklässler am Dante-Gymnasium, um uns ausführlich von seinem Leben als jüdisches Kind im nationalsozialistischen Deutschland zu erzählen. Er berichtete, welche Folgen die Machtergreifung der Nationalsozialisten auf ihn und seine Familie hatten. Der Abriss der Hauptsynagoge in der Münchner Innenstadt führte auch zum Verlust seiner Wohnung und Herr Grube kam zusammen mit seinen Geschwistern in einem jüdischen Kinderheim unter. Trotz der Trennung von seinen Eltern hat er positive Erinnerungen an die Zeit im Kinderheim, wo er zum ersten Mal seit langer Zeit wieder das Gefühl von Gemeinschaft und Geborgenheit empfand. Als besonders bedrückend empfindet Herr Grube noch heute die Erinnerung an das Tragen des Judensterns, der das Gefühl des Andersseins hervorrief und ihn die Abneigung der anderen spüren ließ. Im Februar 1945 wurden Ernst Grube, seine Mutter und seine Geschwister in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie einige Monate später von der Roten Armee befreit wurden. Sie überlebten nicht zuletzt, weil der Vater zu ihnen hielt und sich nicht von seiner jüdischen Frau scheiden ließ. Von den jüdischen Verwandten der Mutter überlebte niemand den Holocaust.

Am Ende seiner Erzählung durften wir Schülerinnen und Schüler Fragen stellen. Uns interessierte, was seine Motivation war, sein Leben lang Widerstand gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus zu leisten. Er antwortete darauf, dass er Solidarität zeigen und die Menschen über das Geschehene aufklären wolle. Für uns war dieses Zeitzeugengespräch ein unvergessliches und einmaliges Erlebnis, weshalb wir uns bei Herrn Grube auf diesem Wege nochmals herzlich bedanken wollen.

17.02.2025
Text:

Anouk, Hannah und Marta, 9d

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