dante

Schulprofil - Inklusion

Statements aus der Schulgemeinschaft


Nicht bevorzugt behandelt werden

Wir sind seit vier Jahren am Dante und fühlen uns beide sehr wohl! Am besten gefällt uns, dass wir trotz unserer Behinderung wie unsere Mitschüler behandelt werden.Obwohl auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Integrationsschüler eingegangen wird, steht nicht die Behinderung im Vordergrund. Außerdem sind wir sehr froh, dass Frau Schwarzbaur uns in den vergangenen Jahren immer unterstützt hat. In ihrem Amt als Schulkrankenschwester und Behindertenbeauftragte hat sie uns zum Beispiel in das Skilager begleitet und ist uns im Schulalltag behilflich. Herr Johannes als behindertenbeauftragter Lehrer hat sich ebenfalls schon mehrfach für uns eingesetzt.Wie andere verbringen wir unsere Schulzeit mit unseren Freunden, denen wir für ihre große Unterstützung dankbar sind. Unserer Meinung nach ist es ein wichtiger Bestandteil von Integration, dass Behinderte nicht bevorzugt behandelt werden, sondern lediglich auf ihre Bedürfnisse eingegangen wird.Wir sind froh, uns für das Dante entschieden zu haben!

Wiebke und Maike Weiss, Schülerinnen

Ein großer und langjähriger Erfahrungsschatz

Unsere Töchter sind seit vier Jahren Schülerinnen am Dante-Gymnasium. Da sie aufgrund ihrer Körperbehinderung im Rollstuhl sitzen, waren für uns besondere Aspekte bei der Wahl einer geeigneten Schule wichtig.

Für einen möglichst eigenständigen Schulalltag ist Barrierefreiheit eine wichtige Bedingung, und hier bietet das Dante mit Aufzügen, Rampen, Behinderten-WC, Sozialraum und der separaten Anfahrtszone für Bus und Taxi alle wesentlichen Voraussetzungen. Lediglich die schweren und für einen Rollifahrer nicht zu öffnenden Brandabschnittstüren zwischen den Fluren schränken die Eigenständigkeit ein; hier wären Automatiktüren eine optimale Ergänzung.

Neben diesen äußeren Bedingungen findet man einen großen und langjährigen Erfahrungsschatz im Bereich der Integrationsarbeit von Schülerinnen und Schülern mit Handicap. Gleichberechtigung und Gleichbehandlung wird großgeschrieben und dort, wo Rücksichtnahme und besondere Behandlung notwendig ist, wird sie gegeben und damit ein sehr natürlicher Umgang im Schulalltag gelebt.

Genau dieses gesunde Mittelmaß macht die Schulatmosphäre nicht nur für die Schüler so angenehm und lässt ein Voneinander-Lernen zu, sondern auch als Eltern fühlt man sich hier stets verstanden. Mit Frau Schwarzbaur als hauptamtlicher Schulkrankenschwester, die ausschließlich für die Integrationsschüler zur Verfügung steht, und Herrn Johannes als Behindertenbeauftragtem stehen uns kompetente Ansprechpartner zur Verfügung, um individuelle Wünsche und Probleme offen und konstruktiv zu besprechen und gemeinsam Lösungen zu finden.

Regelmäßige Zusammenkünfte mit anderen „Integrationseltern“ und den Behindertenbeauftragten der Schule bieten darüber hinaus Raum und Zeit zum Erfahrungsaustausch.

Linda und Norbert Weiss, Eltern

Klettern Sie auf diesen Baum!

Vielleicht kennen Sie diesen berühmten Cartoon von Hans Traxler: Sieben Tiere – ein Pudel, ein Seelöwe, ein Goldfisch, ein Elefant, ein Marabu, ein Affe und eine Elster – stehen vor einem Prüfer, der sie mit der folgender Aussage konfrontiert:

„Zum Ziele einer gerechten Auslese lautet die Prüfungsaufgabe für Sie alle gleich: Klettern Sie auf den Baum!“


Mir fällt dieser Cartoon häufig ein, wenn ich beschreiben soll, was Integration von Schülerinnen und Schülern mit Behinderung bedeuten kann. Denn mit Prüfungsaufgaben haben wir es ja in der Schule permanent zu tun. Und dabei kann es nicht Sinn und Aufgabe der Schule sein, „Gerechtigkeit“ dadurch herzustellen, dass alle die gleichen Aufgaben in gleicher Form bewältigen müssen. Ein hochintelligenter Schüler, der wegen seiner Behinderung die Arme und Hände nicht benutzen kann, muss die Möglichkeit bekommen, seine Fähigkeiten und sein Wissen in mündlichen Prüfungen unter Beweis stellen zu dürfen; einer Schülerin mit einer Sprachbehinderung muss ermöglicht werden, schriftlich darzulegen, was sie weiß und kann. Wer aufgrund einer Behinderung nur unter großen Anstrengungen zeigen kann, wozu er fähig ist, braucht eine Arbeitszeitverlängerung in Prüfungen. Das hat nichts mit Bevorzugung zu tun, sondern stellt lediglich einen Nachteilsausgleich dar. So wollen wir am Dante-Gymnasium zwar gerechte Behandlung und gerechte Prüfungssituationen für alle herstellen, aber eben nicht dadurch, dass – wie in Traxlers Cartoon – alle über einen Kamm geschoren werden, sondern indem wir auch jedem körperbehinderten Schüler individuell gerecht zu werden versuchen. Und dies betrifft nicht nur die Prüfungssituationen, sondern den Unterrichtsalltag insgesamt. Natürlich ist Behindertenintegration viel mehr als nur das Bemühen um eine faire Vorgehensweise bei Prüfungen und Benotung. Teilhabe aller Schüler am alltäglichen Leben: das muss das Ziel sein. Wichtig ist uns daher, dass unsere Körperbehinderten an möglichst allen schulischen Aktivitäten und Veranstaltungen teilnehmen können, auch wenn dies im Einzelfall einen erhöhten organisatorischen und pädagogischen Aufwand für Lehrkräfte und Schulleitung bedeutet. Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung bei der Integration von Körperbehinderten wird dieser Mehraufwand aber meist gar nicht mehr als Besonderheit wahrgenommen, sondern ist schon fast alltäglich und selbstverständlich. Und so sollte es auch sein, denn Integration kann nur gelingen, wenn sie als selbstverständliches Miteinander im Alltag gelebt wird, an jedem Schultag und von allen Mitgliedern der Schulfamilie.

Gunter Johannes, Betreuer der Schülerinnen und Schüler mit Behinderung

Wenn Moritz wegkippt...

Das Unterrichten von Schülern mit Behinderung im Klassenverband kann selbstverständlich nur als Bereicherung empfunden werden, denn die einzelnen „Handicaps“, die von den Schülern überwunden werden, verlangen uns allen eine sehr große Hochachtung ab.

Der meist humorvolle Umgang mit kleineren Schwierigkeiten und deren Bewältigung sorgt auch für manch einen fröhlichen Moment, etwa wenn Moritz manchmal bei einem Unterrichtsbeitrag nach hinten wegkippt, dabei natürlich von einer Stütze im Rollstuhl gehalten wird, ich aber trotzdem jedes Mal vor Entsetzen die Luft anhalten muss, woraufhin der Schüler erheitert auflacht.

An dieser Stelle sei auch Frau Schwarzbaur sehr herzlich gedankt, die uns alle unermüdlich bei allen organisatorischen Zusatzaufgaben unterstützt.

Vesna Ulrich, OStRin

Unterschiedlichkeit als Chance

Das Dante-Gymnasium besteht nun seit 40 Jahren. Einer der Gründungsaufträge war die Integration von Schülerinnen und Schülern mit körperlichem Handicap. Insofern war unsere Schule schon immer etwas Besonderes: Etliche Schülergenerationen von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung haben inzwischen ihre Schullaufbahn erfolgreich bei uns durchlaufen. Zu allen Zeiten galt dabei die Maxime, dass unser Auftrag dann besonders gut erfüllt wird, wenn es - bei allem nötigen Nachteilsausgleich - gelingt, so viel Normalität im Schulalltag wie möglich herzustellen.

Die Konzeptionen des Miteinanders – von Integration zur Inklusion - mögen sich weiter entwickelt haben; uns war es immer wichtig die Unterschiedlichkeit von Menschen nicht als Last, sondern als Chance für ein menschlicheres Miteinander zu begreifen. Der achtungsvolle Umgang mit dem Anderen ist integraler Bestandteil unseres Selbstverständnisses – ein zentraler Gedanke auch unserer Schulvereinbarung.

Wir haben am Dante-Gymnasium eine besondere Infrastruktur – eine Kinderpflegerin, eine betreuende Lehrkraft und sächliche Sonderausstattungen. Letztlich ist das Gelingen des Miteinanders aber eine Aufgabe aller Mitglieder unserer Schulgemeinschaft. Nur so konnte sich unser Gründungsauftrag auch so positiv auf unser Schulklima auswirken.

An diesem Auftrag unserer Schule als Schulleiter mitzuwirken ist für mich eine menschlich äußerst lohnende Aufgabe und ein besonderes persönliches Anliegen.

Ich bin überzeugt, dass das Miteinander von Menschen mit und ohne Handikap an unserer Schule beispielhaft für eine begrüßenswerte Entwicklung steht, die Individualität und individuelles Lernen in der Zukunft viel mehr ins Zentrum unserer pädagogischen Arbeit rücken wird als dies heute der Fall ist.

Bernhard Fanderl, Schulleiter